Programm 2019

Das Wahlprogramm der Liste der Naturwissenschaftler und Ingenieure Bochum zur Wahl des 52. Studierendenparlamentes der Ruhr-Universität Bochum

NAWI – Pragmatische Politik seit 2009

Wir von der NAWI gestalten seit unserer Gründung das studentische Leben aktiv mit. Mit unseren Partnern haben wir uns in den letzten Jahren für deine Interessen und die wertvolle Arbeit der Fachschaften und Campus-Initiativen eingesetzt und viel geschafft. Es gibt aber auch noch viel zu tun.

Unser Grundsatz heißt Pragmatismus. Wir sorgen dafür, dass dein Sozialbeitrag (insgesamt über eine Million Euro) weiterhin nicht bei hochschulfernen Projekten landet. Die Studierendenschaft darf nicht von allgemeinpolitischen Parteien instrumentalisiert werden und muss eine starke Vertretung für alle Studierende sein. Wir als NAWI treten klar als unabhängige und außerhalb des politischen Spektrums stehende Hochschulgruppe zur Wahl an. Es ist dabei zu unterstreichen, dass wenn unsere Meinung zu einem Thema gebildet wurde, diese keinesfalls festgefahren und unverrückbar ist, sondern jederzeit hinterfragt und von Grund auf neu diskutiert werden kann.

Unser Motto „Von Studies für Studies“ steht stets im Mittelpunkt unserer Hochschularbeit.

 

Sanierung des Q-Ost – ein schönerer Campus auch für Naturwissenschaftler und Ingenieure!

Viele kennen sicherlich das sagenumwobene „Q-West“ in Transmensanien, also der Uni jenseits des Audimax – vielen auch einfach als G-Reihe bekannt. Wer sich schon immer gefragt hat, warum diese vom AKAFÖ betriebene Lokalität so heißt bekommt hier eine Antwort – auch auf die Frage, warum das für uns in N- und I-Reihe interessant ist.

Das Q-West ist nämlich nach der Fläche benannt, auf der es gebaut wurde. Das Q-West, oder eben Querforum Ost. Also die Fläche, die zwischen den beiden westlichen Gebäudereihen der Universität liegt, auch bekannt als „G-Wiese“.

Deutlich weniger bekannt ist jedoch das Querforum Ost. Denn natürlich gibt es eine solche Verbindungsfläche auch zwischen der N- und der I-Reihe. Das Q-Ost war früher der vermutlich schönste Ort der gesamten Uni, heute besteht es aus einem zugewucherten Teich, abgeschalteten Wasserspielen und sehr viel Müll. Viele von euch sind bestimmt bereits durch das Q-Ost gelaufen, ohne ihm viel Beachtung zu schenken.

Das Querforum Ost muss saniert werden. Die Universität lässt diese Fläche seit Jahren verwildern, sehr zum Ärger vieler Fakultäten und des botanischen Gartens, welcher für die Pflege der Grünflächen zuständig ist.

Der Teich enthält zu viel Biomasse, seine Ufer sind mit Wildwuchs bewuchert, ebenso wie die ausgetrockneten Terrassen. Die Wiesen des Q-Ost werden als „Langgraswiesen“ nur zweimal im Jahr gemäht.

Hintergrund dieser Vernachlässigung ist vor allem, dass das System Wasserverlust hat, es also irgendwo eine undichte Stelle gibt. Diese zu finden und zu beheben kann jedoch ziemlich teuer werden. Sie könnte klein und schnell gefunden sein, aber ebenso gut auch groß und an der letzten Stelle, an der man suchen würde. Der Teich müsste wahrscheinlich einmal komplett ausgebaggert werden. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass die Universität ihren Instandhaltungspflichten nachkommt, um endlich wieder einen angenehmen Aufenthaltsort draußen für die Studierenden in der N- und I-Reihe zu haben, gerade in heißen Sommern wie dem letzten.

Aber auch ohne die handwerkliche Sanierung kann man hier viel erreichen, man kann z.B. bereits jetzt eine Liegewiese schaffen, die gesamte Fläche von Wildwuchs und den Teich vom Müll befreien.

 

Repair-Café / Upcyclingworkshop

Wir wollen uns für die Schaffung eines Repair-Cafés / Upcyclingworkshops auf dem Campus der Ruhr-Universität einsetzen. Dabei geht es zum einen um die Einrichtung einer Fahrradwerkstatt. Hier soll den Studis die Möglichkeit geboten werden, ihre eigenen Fahrräder zu reparieren. Zudem ist eine Kooperation mit Metropolrad denkbar. Diese bieten an einigen Abstellstationen kleine Reparaturkits an, diese sind jedoch spärlich gesät und oft auch vergriffen.

Als Referenz dient der Ra(d)tschlag an der Uni Bielefeld. Der Campus der RUB ist nicht so fahrradfreundlich, allerdings sehen wir gute Chancen die Mobilität abseits der U35 und der Universitätsstraße zu verbessern.

Eng verwandt mit dieser Idee ist die Idee des Upcyclingworkshops. Aktuell wirft die Universität große Mengen an Elektroschrott weg. Allein im Müllraum der UV (es gibt natürlich mehrere über den gesamten Campus verteilt) kann man regelmäßig mit geringem Aufwand wieder instandsetzbare Elektronik finden, wie beispielsweise Drucker, Computer-Mäuse, Bildschirme oder ganze Rechner. Teilweise sind die Sachen sogar noch eingeschweißt und werden offenbar turnusmäßig aussortiert. Wir haben dort sogar mal eine Playstation gesehen.

Die Universität wirft diese Sachen weg, da es für sie aufwandsgeringer und steuerrechtlich günstiger ist, als diese zu verschenken.

Wir wollen für die Studierenden der Ruhr-Universität einen Upcyclingworkshop aufbauen. Die Universität soll der Studierendenschaft Zugang zu ihrem Elektroschrott geben, welche diesen dann aufbereiten und kostengünstig an die Studierenden weitergeben wird. Dadurch fällt weniger „falscher Müll“ an während Studierende gleichzeitig Zugang zu nützlichen Geräten bekommen.

 

e-Sports

Erstmals im letzten Semester angeboten, erfreuen sich bereits viele Studierende an dem neuen e-Sports Angebot. Nach erfolgreichem Abschluss der Pilotveranstaltungen in CS:GO und League of Legends, möchte die NAWI den Bereich E-Sport erhalten und darüber hinaus weiter ausbauen. Wir wollen unser Angebot erweitern und auch Hearthstone, StreetFighter und FIFA an den Campus bringen. Auf größeren und kleineren Turnieren möchten wir den Studierenden die Möglichkeit bieten sich gegen andere zu messen und ihre Skills unter Beweis zu stellen.

Aufbauend auf der Arbeit dieses Jahres soll das Konzept der Studi-Liga weiter vorangebracht werden. Die im Winter 2018 ausgerichtete Hearthstone-WM und die im Sommer 2018 ausgerichtete Endrunde der NSL sollen als Ausgangspunkt dienen. Jüngst wurde auch auf Bundesebene über das Thema e-Sports diskutiert.  Weitere Projekte sind die Einrichtung eines 5on5-Raums und die regelmäßige Ausrichtung einer universitären LAN-Party im AZ. Bewährte Projekte wie der Retrostammtisch sollen dabei natürlich beibehalten werden.

 

Hochschulgesetz

Wir sehen viele der Punkte des geplanten neuen Hochschulgesetzes kritisch.

Dieser Punkt wirkt für viele Studierende zunächst wenig lebensnah, sondern würde ihnen mittelbar durch die Schwächung der Möglichkeiten engagierter Studierender schaden. Beispielsweise sollen die Studienbeiräte wieder abgeschafft werden, auch die vorgeschriebene Gruppenparität soll nicht mehr verpflichtend sein. Die Vergangenheit lehrt dabei, dass die Universitäten den Studierenden gerne weniger Gehör schenken, wenn sie hierzu nicht verpflichtet sind.

Was die Studierenden aber ganz konkret betreffen wird sind Themen wie Studienverlaufsvereinbarungen, verpflichtende Studienberatungen und Online-Self-Assessments. Im letzten Studierendenparlament wurde hierzu auch eine Stellungnahme geschrieben.

 

Beitragssenkung

Momentan hat die Studierendenschaft grob die dreifache gesetzlich vorgeschriebene Mindestrücklagenhöhe, es ist abzusehen, dass diese im kommenden Jahr ansteigen würde. Es ist daher auf jeden Fall machbar und auch angemessen den AStA-Beitrag erneut zu senken, wie wir es in dieser Amtszeit bereits einmal getan haben.

Dabei darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass der zweckungebundene AStA-Beitrag letztlich weniger als 20€ der über 300€ Sozialbeitrag ausmacht. Der AStA sollte weiterhin die erforderlichen Mittel erhalten, allerdings sehen wir diese „erforderlichen Mittel“ als geringer an, als sie momentan eingezogen werden. Dazu möchten wir insbesondere auf ein Umdenken beim AKAFÖ hinwirken, welches mittlerweile fast 100€ des Sozialbeitrags einzieht, ohne dabei regelmäßig ihre Leistungen zu erhöhen.

Mieten werden erhöht, das Essen wird teurer, auf einmal kostet heißes Wasser in der Mensa Geld. Trotzdem steigt der AKAFÖ-Beitrag jedes Jahr um 2,50€. Wir finden dass mit einer Beitragserhöhung auch grundsätzlich ein Mehr an Leistungen einhergehen muss, was aktuell leider nicht der Fall ist.

 

MINT als Chance

MINT als Chance ist der Arbeitstitel einer Vortragsreihe, bei der es darum gehen soll, globale Probleme nicht auf einer gesellschaftlichen, sondern einer naturwissenschaftlich-technischen Ebene zu diskutieren und Lösungsansätze zu beleuchten. Als Beispiel sei hier die C02-Belastung genannt.

Was kann die Wissenschaft tun, um gesellschaftliche Probleme zu lösen? Muss ein Umdenken der Gesellschaft geschehen, oder kann die Wissenschaft einer bereits vorher Lösungen anbieten? Generell soll es um die Verantwortung und Möglichkeiten der kommenden Generation von Naturwissenschaftlern und Ingenieuren gehen.

Ähnliche Themen werden bereits an den Fakultäten behandelt, wir möchten das ganze jedoch ausbauen und gerade aus der studentischen Perspektive beleuchten.

 

Digitalisierung

Wir wollen insbesondere das Leben auf dem Campus durch die Digitalisierung erleichtern. Die RUB plant momentan eine neue App, in deren Entwicklung der AStA mit einbezogen wird. Die Entwicklung gerät jedoch regelmäßig ins Stocken. Im Zweifel möchten wir schauen, welche Möglichkeiten der AStA selbst hat.

Um den Studis direkt an die Hand zu geben, was sie nach getaner Arbeit auf dem Campus heute alles machen können soll der Veranstaltungskalender des AStA überholt und gegebenenfalls in einem App eingebaut werden.

 

Demokratie zugänglicher machen

Viel wurde bereits versucht um den Studierenden die Hochschulpolitik wieder näher zu bringen. Neben Ideen wie Online-Wahlen finden wir, dass man bereits relativ viel erreichen kann, wenn man den jetzigen Wählvorgang zugänglicher macht. Die Positionierung der Wahlurnen lässt die Wahl für viele lästig erscheinen. Als Physiker kann man beispielsweise nicht ins NC zum Wählen, sondern muss ins IB rübergehen.

Natürlich gibt es die Möglichkeit der Briefwahl, allerdings wird diese natürlich erst genutzt, wenn die Studis schon frühzeitig Interesse zeigen. Um dieses zu generieren, sollte es mehr Wahlstandorte geben.

 

Als von engagierten unabhängigen Studierenden ins Leben gerufene Initiative arbeitet die NAWI stets daran sich selbst neu zu erfinden. Unsere Inhalte orientieren sich jedes Jahr neu an den Problemen, denen wir selbst als Studierende auf dem Campus begegnen. Wir sind keiner Partei verpflichtet, sondern erarbeiten unsere Themen jedes Jahr aufs Neue.

Wir hoffen, dass ihr Vertrauen in diesen Ansatz zur pragmatischen studinahen Interessenvertretung von Studis für Studis setzt!